Abendmahl mit Kindern

Wer getauft ist, ist auch eingeladen zum Abendmahl: das gilt für alle Christinnen und Christen, also auch für Kinder (ohne Altersbeschränkung).

Diese selbstverständliche Praxis der frühen Christenheit, die erst im Mittelalter eingeschränkt worden war, musste sich in der Evangelischen Kirche erst wieder nach und nach durchsetzen. Denn dort wurde die Zulassung zum Abendmahl mit der Konfirmation verknüpft, die sich als Brauch ab Ende des 17. Jahrhunderts immer stärker verbreitete. Übrigens: Martin Luther selbst ging ganz selbstverständlich davon aus, dass alle in der Familie, also auch die Kinder, am Abendmahl teilnehmen. Seit den 70-er Jahren gibt es in den evangelischen Kirchen ein Umdenken:
Die Landessynode der Evang. Luth. Kirche in Bayern  (ELKB) hat 1977 die Öffnung der Abendmahlsfeiern für Kinder beschlossen und das im Jahr 2000 nochmal bestärkt.

Allerdings: jeder einzelne Kirchenvorstand muss beschließen, ob diese Synodenempfehlung auch umgesetzt wird, also ob Kinder in der eigenen Kirchengemeinde zum Abendmahl eingeladen sind – oder nicht.

Die Folge: bis heute haben wir in der ELKB keine einheitliche Praxis im Blick auf das Abendmahl mit Kindern, sondern einen großen „Flickenteppich“. Kinder erleben: In Kirche A darf ich mitfeiern, in Kirche B gehe ich bei der Austeilung leer aus.

Unser Ziel als Landesverband für Evangelische Kindergottesdienstarbeit in Bayern:

Für getaufte Kinder sollte grundsätzlich die volle Teilnahme am Abendmahl in allen Gemeinden der ELKB bei allen Abendmahlgottesdiensten möglich sein. Denn: sie sind vollgültige Glieder am Leib Christi und es gibt keinen theologischen Grund, der den Ausschluss von Kindern rechtfertigen würde.

Ziel ist es dabei nicht, dass mit den Kindern eigene Abendmahlsfeiern gehalten werden, sondern dass sie ihren Platz in der Abendmahlsgemeinschaft der Gemeinde finden, die dadurch bereichert wird. (Also kein „Kinderabendmahl“, sondern „Abendmahl mit Kindern“).

Umfrage zum Abendmahl mit Kindern in der ELKB

Die Umfrage von 2019, an der sich 1284 Kirchengemeinden beteiligten haben (83,5 %), liefert ein klares Bild der Situation in der ELKB. Spannend ist auch die Auswertung der offenen Textantworten und deren Interpretation.

Für jeden Dekanatsbezirk der ELKB wurde eine eigene Auswertung angefertigt und zugeschickt. Diese kann über unser Kontaktformular gerne nochmals angefordert werden.

Abendmahl mit Kindern – Häufige Bedenken dagegen, gute Gründe dafür

Das Positionspapier von Kindergottesdienstpfarrerin Susanne Haeßler bietet biblisch-theologische Zugänge, einen Blick in die Kirchengeschichte und eine Übersicht zu den wichtigsten Fragen (z.B. für die Arbeit im KV).

Taufe und Abendmahl – können auch ungetaufte Kinder und Erwachsene am Abendmahl teilnehmen?

Wegweisend zu dieser Frage ist die Position des Bischofsrates der Evang.-Luth. Kirche Hannovers (2019):

„In unserer Kirche sind alle, die einer christlichen Kirche angehören, zum Abendmahl eingeladen. In breiter ökumenischer Übereinstimmung ist die Taufe Voraussetzung dafür, am Abendmahl teilzunehmen. Weil Christus selbst einlädt, wird dennoch niemand abgewiesen, der den Wunsch zeigt, das Abendmahl mitzufeiern. Diese Teilnahme kann als Schritt in die christliche Gemeinschaft hinein verstanden werden. Menschen, die nicht getauft sind, laden wir zur Taufe ein. Getaufte, die aus der Kirche ausgetreten sind, ermutigen wir zum Wiedereintritt. Wir sind uns bewusst, dass hier grundsätzliche Fragen der Bedeutung von Taufe und Kirchenmitgliedschaft berührt sind. Diese Fragen werden wir in unserer Kirche gemeinsam weiter diskutieren.“

Hier finden Sie den vollständigen Brief des Bischofsrates.

Arbeitshilfen und Materialien

Klicken Sie auf eines der folgenden Bilder, um zur Detailseite zu kommen oder die Veröffentlichung zu bestellen.

Link-Tipps

Beratung

Sie möchten in Ihrem Kirchenvorstand, Ihrer Region oder Ihrem Dekanatsbezirk das Thema Abendmahl mit Kindern aufgreifen? Der Landesverband für Evangelische Kindergottesdienstarbeit bietet Beratung vor Ort an. Nehmen Sie Kontakt mit uns auf:

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