Abendmahl mit Kindern

Auf ihrer Herbsttagung 2022 hat sich die Landessynode für die „uneingeschränkte Zulassung von Kindern zum Abendmahl“ in der Evang.-Luth. Kirche in Bayern ausgesprochen. Und klargestellt: sie sieht keine biblischen, theologischen oder historischen Gründe, mit denen man den Ausschluss von Kindern rechtfertigen könnte.

Bereits 1977 hatte die Landessynode die Öffnung der Abendmahlsfeiern für Kinder beschlossen und das im Jahr 2000 nochmal bestärkt. Allerdings: bisher musste jeder einzelne Kirchenvorstand beschließen, ob diese Synodenempfehlung auch umgesetzt wird. Die Folge: ein „Flickenteppich“. Kinder erlebten: Hier darf ich mitfeiern, dort nicht. Jetzt soll durch eine kirchengesetzliche Regelung Klarheit geschaffen werden. Ein Anwendungsgesetz zu den Leitlinien des kirchl. Lebens wird dazu erarbeitet werden.

Damit erfüllt sich ein Herzensanliegen des Landesverbandes für Kindergottesdienst:
Für getaufte Kinder wird grundsätzlich die volle Teilnahme am Abendmahl in allen Gemeinden der ELKB bei allen Abendmahlgottesdiensten möglich. Denn: wer getauft ist, gehört zum Leib Christi und ist eingeladen zum Abendmahl. Das gilt für alle Christinnen und Christen, also auch für Kinder (ohne Altersbeschränkung).

Ziel ist es dabei nicht, dass mit den Kindern eigene Abendmahlsfeiern gehalten werden, sondern dass sie ihren Platz in der Abendmahlsgemeinschaft der Gemeinde finden, die dadurch bereichert wird. (Also kein „Kinderabendmahl“, sondern „Abendmahl mit Kindern“).


Hintergrund: kleiner Blick in die Kirchengeschichte

In der frühen Christenheit war es selbstverständlich, dass Kinder von klein auf das Abendmahl mitfeierten. Erst im Hochmittelalter wurde dies eingeschränkt und die „Erstkommunion“ eingeführt. Als sich in der Evang. Kirche ab Endes des 17. Jahrhunderts die Konfirmation als Brauch immer stärker verbreitete, wurde es zur protestantischen Tradition: die Zulassung zum Abendmahl erfolgt mit der Konfirmation. Seit den 70er Jahren gibt es in den evangelischen Kirchen ein Umdenken, so dass inzwischen in vielen Gemeinde längst gilt: „Kinder willkommen, auch beim Abendmahl.“

Übrigens: Martin Luther selbst ging ganz selbstverständlich davon aus, dass alle in der Familie, also auch die Kinder, am Abendmahl teilnehmen.

Umfrage zum Abendmahl mit Kindern in der ELKB

Die Umfrage von 2019, an der sich 1284 Kirchengemeinden beteiligten haben (83,5 %), liefert ein klares Bild der Situation in der ELKB. Spannend ist auch die Auswertung der offenen Textantworten und deren Interpretation.

Für jeden Dekanatsbezirk der ELKB wurde eine eigene Auswertung angefertigt und zugeschickt. Diese kann über unser Kontaktformular gerne nochmals angefordert werden.

Abendmahl mit Kindern – Häufige Bedenken dagegen, gute Gründe dafür

Das Positionspapier von Kindergottesdienstpfarrerin Susanne Haeßler bietet biblisch-theologische Zugänge, einen Blick in die Kirchengeschichte und eine Übersicht zu den wichtigsten Fragen (z.B. für die Arbeit im KV).

Abendmahl mit Kindern  - Ja, bitte!

Aus religionspädagogischer Sicht spricht alles für die Einladung von Kindern zum Abendmahl. Pfarrerin Susanne Menzke, Referentin für frühe religiöse Bildung am Religionspädagogischen Zentrum Heilsbronn, zeigt auf, wie Kinder von Anfang an mit dem Glauben vertraut werden können, auch in der Feier des Abendmahls.

Lesen Sie hier die Stellungnahme von Pfarrer Michael Stein, KONFI-LAB, Fach- und Servicestelle für Konfi-Arbeit der Evangelisch Lutherischen Kirche in Bayern. Weitere Informationen erhalten Sie auch auf der Homepage www.konfi-lab.de/konfi-arbeit/abendmahl.

Taufe und Abendmahl – können auch ungetaufte Kinder und Erwachsene am Abendmahl teilnehmen?

Wegweisend zu dieser Frage ist die Position des Bischofsrates der Evang.-Luth. Kirche Hannovers (2019):

„In unserer Kirche sind alle, die einer christlichen Kirche angehören, zum Abendmahl eingeladen. In breiter ökumenischer Übereinstimmung ist die Taufe Voraussetzung dafür, am Abendmahl teilzunehmen. Weil Christus selbst einlädt, wird dennoch niemand abgewiesen, der den Wunsch zeigt, das Abendmahl mitzufeiern. Diese Teilnahme kann als Schritt in die christliche Gemeinschaft hinein verstanden werden. Menschen, die nicht getauft sind, laden wir zur Taufe ein. Getaufte, die aus der Kirche ausgetreten sind, ermutigen wir zum Wiedereintritt. Wir sind uns bewusst, dass hier grundsätzliche Fragen der Bedeutung von Taufe und Kirchenmitgliedschaft berührt sind. Diese Fragen werden wir in unserer Kirche gemeinsam weiter diskutieren.“

Hier finden Sie den vollständigen Brief des Bischofsrates.

Arbeitshilfen und Materialien

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Link-Tipps

Beratung

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