Rückblick zur Landeskonferenz 2026
Von 26. bis 28. Januar hat der Landesverband zu seiner jährlichen Landeskonferenz eingeladen. Rund 50 ehren- und hauptamtliche Mitarbeitende aus ganz Bayern setzten sich in Theorie und Praxis mit dem Thema „Texte und Bilder in der Kirche mit Kindern antisemitismus- und rassismuskritisch betrachten“ auseinander. Ein Thema, das den Teilnehmenden viel Reflexionsbereitschaft und möglicherweise ein hohes Maß an Änderungswillen der eigenen Praxis abringt, das jedoch gleichzeitig aktueller nicht sein könnte.
Im Plenum und in Kleingruppen näherten sich die Teilnehmenden der Fragen, welche Vorurteile und Stereotypen über Jüdinnen und Juden in Kinderbibeln, Schulbüchern und Liedgut zu finden sind, wie man sie erkennt, welchen Zweck diese antijüdischen Narrative verfolgen und welche besseren Alternativen es gibt, um über das Judentum zu Jesu Zeit, aber auch heute, zu sprechen. Ariane Dihle (Dozentin der Universität Oldenburg), Jermaine Irebor (Dozent an der Friedrich Alexander Universität Nürnberg/Erlangen) und Axel Töllner (Landeskirchlicher Beauftragter für Christlich-Jüdischen Dialog) eröffneten in Vorträgen und Workshops kurzweilig und praxisorientiert einen geschärften Blick und auf längst nötige Korrekturen in bisher gängigen Erzählweisen in der Kirche mit Kindern, in der Kita oder im Religionsunterricht. Dass es unmöglich ist, nie mehr aus Versehen antijüdische Inhalte zu reproduzieren, steht außer Frage. Ziel der Konferenz war es daher, das Bewusstsein über das Vorhandensein antijüdischer Inhalte zu schärfen, die den meisten von uns auf den ersten Blick unbemerkt bleiben, bis wir uns bewusst dem Thema zuwenden.
Eingerahmt wurde die Konferenz durch viel kollegialen Austausch, Beratung und Fachgespräche, die sich inhaltlich viel mit den Veränderungsprozessen innerhalb der Landeskirche und ihrer Auswirkungen auf die Kirche mit Kindern befasst haben. Aber selbstverständlich war auch viel Raum für informelle Vernetzung und gemeinsames Feiern. Die Landeskonferenz ist zugleich auch die Mitgliederversammlung des Landesverbands. In diesem Jahr wurde dort über die neue Namensgebung des Landesverbands entschieden: aus „Landesverband für Evangelische Kindergottesdienstarbeit in Bayern“ wurde nach einstimmigem Beschluss „Landesverband Kirche mit Kindern Bayern“. Jetzt zeigt sich auch endlich im Namen, was in Bayern schon längst gängige Praxis ist - nämlich, dass Kirche mit Kindern mehr Formate und Konzepte umfasst als den klassischen Kindergottesdienst. So soll deutlich werden, dass der Landesverband eine Interessensvertretung für alle Formate und Konzepte der religiösen Arbeit mit Kindern in Bayern ist.
Die Landeskonferenz ist eine jährliche Veranstaltung des Landesverbands Kirche mit Kindern Bayern und richtet sich an alle, die ehren- oder hauptamtlich in der Verkündigungsarbeit mit Kindern engagiert sind, ob in Gemeinden, Kitas, Schulen oder an anderen Orten. Selbstverständlich auch ökumenisch.