Lasst die Kinder zu mir kommen
Ein Geistlicher Impuls aus dem LAK
"Lasst die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes. Wahrlich ich sage euch, wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen." So Jesus zu seinen Jüngern extrem emotional und deutlich. Und macht die Kinder gleich zu Vorbildern. Wie aber empfängt man das Reich Gottes wie ein Kind, wenn wir doch alle lernen mussten im Leben, im Glauben erwachsen zu werden. An Drei Eigenschaften von Kindern wollen wir Euch das zeigen.
An und mit den Kindern lernen wir, neugierig zu bleiben: Kinder sind neugierig und wollen alles wissen. Sie stellen Fragen, immer wieder. Dadurch erfahren sie, wie das Leben ist. Bei einer Andacht im Kindergarten ziehe ich meinen Talar an: "Warum machst du das?" - "So zeige ich, dass wir heute besonders feiern. Gott ist unter uns!" - "Erzählst du uns dann eine Geschichte von Jesus?" - "Ja, klar!" Fragen, neugierig bleiben, neue Facetten des Lebens entdecken - dafür stehen Kinder und fordern uns auf, das auch zu tun in einem guten Miteinander.
An und mit den Kindern lernen wir, zu vertrauen und zu glauben. Jeder erlebt es: die ausgestreckte kleine Hand, wenn es über die Straße geht, wenn der Nachbarshund bellt. Kinder vertrauen sich uns Erwachsenen an. Der Sturzflug in die Arme von der Mauer, dem Vater an der Badestelle in die eiskalte Isar folgen… Warum geht das? Weil Kinder noch vertrauen können. Weil Kinder glauben: sie sind gut aufgehoben. Urvertrauen, Kinderglauben, und das Gefühl geborgen zu sein, und dass Gott es mit uns gut meint in einer aufregenden Welt. Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder… mit Kindern lernen auch Erwachsene (wieder) zu glauben.
An und durch die Kinder lernen wir, wieder zu warten und etwas zu erwarten. Warten in Erwartung. Wie die Kinder in unserer Geschichte auf die Ablehnung reagieren, davon steht nichts in der Bibel. Vielleicht nicht mit lautem Geschrei und Unmut. Vielleicht stehen sie da und warten einfach ab, in der Erwartung, was da jetzt wohl passieren wird. In meinen Morgenkreisen in der Kita bringe ich immer eine Schatztruhe mit. Die Kinder dürfen hineinschauen, aber nichts verraten. Und sie halten dieses Warten und diese Spannung aus. Erst, wenn alle Kinder hineingeschaut haben, reden wir über den Gegenstand in der Schatztruhe. Warten in Erwartung - da fallen mir auch die vielen Abendmahle ein. Ganz ruhig stehen die Kinder mit im Kreis. Mit großen Augen, voller Erwartung. Und doch ganz geduldig – wartend, auf diesen besonderen, heiligen Moment. Mit Kindern lernen wir Erwachsenen auch wieder warten und etwas zu erwarten.
So werden Kinder zu Vorbildern und so können wir von Kindern Eigenschaften wiederentdecken, mit denen das Reich Gottes mitten unter uns zu entdecken ist. Nämlich mit Neugier, Vertrauen und weil wir es erwarten.
Darum: lasst die Kinder zu ihm kommen.
Amen
Ein Impuls von Barbara Röhm, Elke von Winning und Jörn Künne